9. Woche im Jahreskreis – Donnerstag

Kalender
WG-Kalender
Datum
04.06.2020

Beschreibung

9. Woche im Jahreskreis – Donnerstag

Impulse zum Markusevangelium 12,28b-34

Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden

 

"Ein Schriftgelehrter … ging er zu ihm hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden. Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer. Jesus sah, daß er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen."

 

Wage dich mit ganzem Herzen zu lieben! (nach P. Wons)

Um was bitte ich? – Um ein Herz, dass trotz aller Schwächen zur vollen Liebe fähig ist.

 

  • Ich setze mich in die Nähe Jesu, um in Seiner Gegenwart zu verweilen. Ich bleibe bei Ihm ohne etwas zu sagen. Welche Erfahrungen wecken sich in meinem Herzen? Welcher Seelenzustand umfängt mich? Welche Gedanken und Worte drängen sich mir als erste auf?

 

  • Ich stelle mir die Szene vor, die der hl. Markus beschreibt. Ich bleibe bei Jesus und frage Ihn, was das Wichtigste und Erste in meinem Leben ist (v. 28). Habe ich Ihn jemals zuvor darum gefragt? Wie oft spreche ich mit Ihm über mich selbst und über mein Leben?

 

  • Ich spüre den Blick Jesu und höre, wie er zu mir sagt: „Das Erste ist: Höre!“ (v. 29). Ich verweile etwas länger bei Seinem Blick und Seinen Worten. Ist in meinem Leben wirklich das HÖREN auf Gott das Erste? Lasse ich Gott den Vortritt?

 

  • Jesus sagt weiter zu mir: „Der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr!“ (v. 29). Ich vertiefe mich in diese Worte Jesu. Habe ich erfahren, dass Gott, d.h. mein Gott meine Liebe ist? Ist er für mich wirklich der einzige Gott? Gibt es „andere Vorlieben“ die Seinen Platz eingenommen haben?

 

  • Sogar viermal wiederholt Jesus, dass Gott von mir vollständige Liebe erwartet (v. 30). Ich öffne vor Jesus mein Herz, meine Seele, meinen Verstand, meinen Willen. Ich gestehe Ihm, dass Seine Worte meine arme Liebe übersteigen. Ich bitte Ihn, dass er mich von der Halbheit und Lauheit heilen möge.

 

  • Jesus erinnert mich an die Liebe zu den Nächsten (v. 31). Die Liebe zu Gott, die den Nächsten übergeht, ist eine Karikatur der Liebe. Ich denke darüber nach, bei wem es mir am Schwersten fällt ihn zu lieben. Ich sage es Jesus.

 

  • Welche Gefühle wecken sich in mir unter dem Einfluss solcher radikaler Worte Jesu? Vermag ich mit Überzeugung zu gestehen: „Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du es gesagt!“ (v. 32)? Im Bewusstsein meiner gebrechlichen Liebe wiederhole ich voller Glauben: „Alles kann ich in dem, der mir die Kraft gibt!“ (vgl. Phil 4,13)